OB Pannermayr wird Finanzminister

Albert Füracker, bayerischer Finanz- und Heimatminister, glänzte beim Fastenessen

© Patrick Altmann

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von Uli Scharrer / Straubinger Tagblatt

„Der Pannermayr kommt nie in den Himmel!“, prophezeit Albert Füracker, der bayerische Finanz- und Heimatminister, am Donnerstagabend beim Fastenspeisenessen der CSU im Landgasthof Reisinger. Die Stadtratskandidaten und Gäste der CSU applaudierten bei seiner Begründung: „Als Oberbürgermeister von Straubing hat er ja schon den Himmel auf Erden“, lobte er seinen langjährigen Freund. Man kenne sich schon so lange, als der noch schwarzes Haar hatte – und er selbst noch Haare. Füracker glänzte mit Witz, aber auch mit Tiefe in seiner Rolle als Fastenspeisenredner. Zu Neujahrsempfängen werde man bis Weihnachten hundertmal eingeladen. Zur Hechtspätzlesuppe (die hervorragend war) jedoch nur in Straubing.

Fraktionsführer Holger Frischhut hatte kurz die über 200 Gäste begrüßt – mit Augenmerk auf Bürgermeister Dr. Albert Solleder, Altbürgermeisterin Maria Stelzl, Bezirks- und Stadtrat Franz Schreyer, CSU-Arbeitskreise sowie das engagierte Wahlkampfteam der CSU. „Leidenschaft für Politik kennt kein Alter“, freute er sich über die gut durchgemischte Liste der Stadtratskandidaten.

„Der Finanzminister hat nur das Geld, das er euch wegnimmt. Ja, das ist so!“ Füracker scheute keine klaren Worte, garniert mit geschliffenem Humor: „Das Finanzamt ist die wichtigste Behörde. Andere Behörden geben nur Geld aus.“ Ihm sei bewusst, dass der Onkel, der Schokolade bringt, beliebter ist, als die Tante, die zum Klavierspielen zwingt.

Nicht nur jammern: Bayern werden beneidet

Von 84 Milliarden Steuergeldern des Freistaates werden 40 Prozent für Personalkosten gebraucht, 33 Prozent gehen auf verschiedenen Wegen in die Kommunen. 27 Prozent sind „für anderes“. Die Staatsregierung investiere Steuergelder (Schokolade) in den Regionen und hoffe, dass Firmen dies ebenfalls wieder verstärkt anpacken. Mit Pannermayr als Vorsitzendem des Bayerischen Städtetags führe er viele gute Gespräche zur Unterstützung der Kommunen im Freistaat. Ja, man lebe in ernsten Zeiten, aber als Bayern in Deutschland werde man von siebeneinhalb der acht Milliarden Menschen auf der Welt beneidet. „Von den guten alten Zeiten schwärmen nur die Leute, die sie nicht erlebt haben.“

„Bierzelt und Talkshows lösen die wenigsten Probleme“, erklärte Füracker. Mehr Realismus müsse wieder in die Politik einziehen. Er warnte vor Politikern, die die meisten einfachen Lösungen versprechen. Er hätte Trump nicht gewählt, aber mit dem US-Präsidenten müsse Deutschland reden. Putin, dem „Verrückten im Osten“, hätte man eher Einhalt gebieten müssen, als er die Krim annektierte. Nett frotzelte er zwischendurch über Hans Ritt und Hubert Reisinger und streifte Gesundheitssystem und Erbschaftsteuer. Zudem stellte er die Leistungen von Landwirten, Metzgern, Bäckern und Wirten sowie dem Handwerk allgemein heraus. Füracker betonte, dass man jungen Paaren in unterschiedlichen Lebensmodellen das Kinderkriegen erleichtern müsse – nicht mit Hausbesuchen von Bürgermeistern, sondern mit der Möglichkeit einer umfangreichen Kinderbetreuung.

Sehr angenehm war, dass sich der CSU-Minister das Schimpfen über andere Parteien sparte. Die SPD wurde ganze 30 Sekunden erwähnt, die Grünen nur die Hälfte dieser Zeit. Dafür erfolgte eine klare Abgrenzung vom Kommunismus der Linken (kurz erwähnt) und zur AfD, deren Dummheit im Landtag er darstellte. Der Länderfinanzausgleich belaste Bayern zu stark, man klage dagegen. Franz Josef Strauß würde meinen: „Solidarisch sind wir schon, aber blöd sind wir nicht“, erklärte Füracker. Wenn man statt knapp zwölf Milliarden nur neun oder acht zahlen müsste, hätte man Milliarden mehr für bayerische Kommunen. Auf Social-Media-Plattformen könne jeder über jeden alles behaupten, ohne seinen Namen zu nennen. Das gehöre reguliert. Eine Lanze brach er zudem für das Ehrenamt.

Pannermayr ruiniert gern Staatsfinanzen

Wie Pannermayr sah er am Schluss Herausforderungen in der Zukunft, die oft noch nicht bekannt seien. Beide waren sich einig, dass für Populisten Themen einfach sind, man die Gesellschaft aber nicht auseinanderbringen dürfe und mit einer starken Wirtschaft Deutschland, Bayern und Straubing voranbringen müsse. OB Pannermayr, der grinsend dem Minister zugehört hatte, betonte die große Zusammengehörigkeit des CSU-Wahlkampfteams mit Kandidaten aus allen Berufen, die Straubing voranbringen wollen.

Die schnellste Lösung dazu präsentierte Pannermayr mit trockenen Schalk selbst: Da Füracker ja schwärmte, dass Straubings Oberbürgermeisteramt das Himmlischste auf Erden sei, sei er bereit, nach einer Wiederwahl eine Woche lang mit ihm das Amt zu tauschen. Am besten im August, dann könnte Füracker als temporäres Stadtoberhaupt Straubings ihn als zeitweisen Finanzminister zur Gäubodenvolksfesteröffnung einladen. Pannermayr würde dann als Eröffnungsredner des Freistaats sämtliche Wünsche der Stadt erfüllen. „Allerdings würde ich dann auch in die Geschichte eingehen als der Mann, der die bayerischen Staatsfinanzen auf einen Schlag ruiniert“, urteilte der OB über sich selbst. Er würde dies aber für Straubing gern tun. Finanzminister Füracker sagte nicht gleich nein …

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