„Donnernder“ Empfang für Kaniber
CSU-Jahresempfang im Schützenhaus Ittling mit Staatsministerin Michaela Kaniber
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von Theodor Huber
Die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus war zu Gast beim CSU-Ortsverband Ittling und hielt eine vielbeachtete Festrede. Für die Ortsvorsitzende Michelle Flor und ihren engagierten Verband bedeutete der Besuch eine besondere Auszeichnung. Vor dem Schützenhaus bereiteten zahlreiche Besucher, die Ittlinger Böllerschützen und die Donaumusikanten der Ministerin einen stimmungsvollen Empfang.
Unter den Gästen befanden sich Oberbürgermeister Markus Pannermayr, MdL Josef Zellmeier, Bezirksrat Franz Schreyer, Landratskandidat Ewald Seifert sowie Vertreter zahlreicher Vereine. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Donaumusikanten. Erstmals trat zudem das neu gegründete Nachwuchsduo „Ape-Klang“ auf. Franzi Ruppert an der Gitarre und Michael Huber an der Steirischen spielten der Ministerin und den Besuchern engagiert auf.
„Ohne Wirtschaft ist alles nichts“
Ihrem Motto gemäß begann Ministerin Michaela Kaniber mit der Feststellung: „Die Frauen halten Haus und Hof zusammen“, so könnte es in der Politik auch sein.
Michaela Kaniber, die als Wirtstochter aufwuchs, sprach ohne Manuskript. Sie zeigte sich erfreut über das Kreuz im Saal und die Anwesenheit des örtlichen Pfarrers. Dort, wo man miteinander rede statt übereinander, sei die Welt noch in Ordnung, befand sie.
Inhaltlich spannte sie einen großen Bogen von der angespannten weltpolitischen Lage bis zur Position Bayerns, Deutschlands und der EU. „Eigentlich stehen wir nicht im Krieg – aber Frieden ist auch nicht“, sagte sie und forderte Verlässlichkeit sowie ein klares, selbstbewusstes Auftreten. Wirtschaft sei nicht alles, „aber ohne Wirtschaft ist alles nichts“.
Kritisch äußerte sich die Ministerin über eine häufig negative Berichterstattung in manchen Medien. Statt Erfolge zu würdigen, würden Defizite betont – sei es im Sport oder in der Politik. Maßnahmen der Bundesregierung wie Investitionsanreize oder verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten wirkten zeitversetzt, würden jedoch bereits im Vorfeld schlechtgeredet.
Dies spiegle sich auch in der politischen Berichterstattung. Die neue Bundesregierung habe vieles angestoßen, doch häufig werde über noch nicht umgesetzte Vorhaben gesprochen und geschrieben.
Wichtig sei zudem, die aktuellen Standortnachteile zumindest teilweise zu verringern. Als zentrale Punkte führte sie die Energiekosten, die Steuerbelastung sowie – nicht zuletzt – die innere Sicherheit an. Auch das Thema politische Parteien und deren Versprechen sprach sie an. „Wir alle möchten nicht belogen werden. Deshalb ist es wichtig, Politiker mit Ecken und Kanten zu haben – aber sie müssen ehrlich sein“, sagte sie. Wer glaube, mit einer rechten Partei mehr Schutz und Wohlstand zu erhalten, irre gewaltig. Ein Austritt aus der EU und der Nato würde den Verlust von Schutz und Wohlstand bedeuten.
Mit Blick auf die Landwirtschaft gab sie zu bedenken, dass dann auch die GAP-Zahlungen wegfallen würden. Zum Mercosur-Abkommen bekannte sie sich uneingeschränkt und begründete dies ausführlich. Mercosur sei für alle von Bedeutung. Ohne wirtschaftlichen Erfolg – etwa in der Autoindustrie und anderen Branchen – schwinde der Wohlstand. Dies habe zur Folge, dass sich Bürger vieles von dem, was die Lebensmittelindustrie heute anbiete, nicht mehr leisten könnten. Das Mercosur-Abkommen ist ein umfassendes Freihandels- und Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, das Zölle abbaut, den Handel erleichtert und Schutzmechanismen für sensible Sektoren vorsieht. Anschließend ging die Ministerin auf die häufige Kritik an der Jugend ein. Fest stehe, dass die meisten Jugendlichen viel arbeiteten – so wie viele in den 1990er-Jahren. Sie arbeiteten anders, doch sei das per se schlecht? „Mir macht das alles Mut und keine Angst. Bitte teilen Sie mit mir diese Meinung“, sagte sie.
Bei Markus Pannermayr sei „alles, wie es sein soll“
Namentlich erwähnte sie zudem MdL Josef Zellmeier. Er sei ein Mann, der zu seinem Wort stehe, müsse jedoch als Vorsitzender des Haushaltsausschusses die Notwendigkeit einer Ausgabe verstehen, um sie zu vertreten. Nach dem Finanzminister oder noch vorher sei er ein sehr wichtiger Mann im Landtag. Bei Markus Pannermayr sei „alles, wie es sein soll“. Er habe nicht nur Humor, sondern wisse auch, was er wolle und was die Bürgerinnen und Bürger bräuchten. Er sei ein harter Verhandlungspartner mit großem Herz für die Menschen und die Heimat. Dies zeige sich etwa bei der Volksfesteröffnung: Wenige Worte, aber mit tiefer Bedeutung und großer Aussagekraft. In seinem kurzen Schlusswort bedankte sich der Oberbürgermeister bei Michelle Flor. Sie verstehe es, Brücken zu bauen, Notwendiges anzusprechen und Neues anzuregen – auch im Bewusstsein möglicher Widerstände. Dies zeige sich insbesondere in der vorzüglichen Nachwuchsarbeit, etwa durch das Duo Ape Klang. Zudem stellten sich die für Ittling kandidierenden Stadtratsbewerber Patrick Altmann und Christian Ritt vor. Mit lang anhaltendem, stehendem Applaus endete der offizielle Teil des Abends. Anschließend klang die Veranstaltung bei einer gemeinsamen Brotzeit und bayerischer Musik in geselliger Runde aus.